Hardware, Software

Smart Home – Wie, wo, was und warum

Fängt man erst einmal an, sich mit intelligentem Wohnen und Hausautomatisierung näher zu befassen, fällt sehr schnell auf, dass die Masse an Informationen zu den unterschiedlichsten Systemen schier erschlagend scheint. Je mehr man sich informiert, umso verwirrter wird man. Sehen in der Regel Lernkurven mal mehr, mal weniger steil am Anfang aus, so war für mich die Lernkurve in Sachen Smarthome erstmal fallend (keine Ahnung ob das überhaupt möglich ist). Die Verzweiflung wuchs und Übersicht ließ sich erst recht nicht herein bringen. Erst nach einer genauen Analyse, was ich denn selber will und benötige, konnten ganze Systeme ausgeschlossen werden und somit immer mehr Licht ins Dunkle gebracht werden.

Ich möchte nun einmal versuchen, meine Gedanken und Informationen, die ich aufschnappen konnte, nieder zu schreiben. Sie mögen mit höchster Sicherheit nicht vollständig sein und an der ein oder anderen Stelle vielleicht auch nicht korrekt. Das liegt dann aber schlicht daran, dass ich mich für ein bestimmtes System entschieden, mich darauf konzentriere und andere Systeme im weiteren Verlauf kompett außer Acht gelassen habe.

Kabel oder Funk?
Zu allererst sollte man sich die Frage stellen, will ich oder habe ich die Möglichkeit, eine Verkabelung zu verlegen oder nicht. Habe ich anfangs meiner Recherche auffallend oft gelesen, dass man bei einem Neubau immer mit einer verkabelten Variante arbeiten sollte, so bleibt für mich immer noch die Frage des Preises entscheidend. Extra Verkabelungen sind logischerweise teurer, als drahtlose Lösungen. Womit man allerdings klar kommen muss, wenn man sich mit einer Funk Variante anfreunden will, dass man sich damit auseinander setzen muss, dass eine Funkverbindung immer instabiler ist, als eine Kabelverbindung. Die Gründe liegen wohl auf der Hand.

Heutige Standards, die vorherrschend sind, erlauben aber meines Erachtens gute Möglichkeiten, die Ausfallraten und Verbindungsprobleme sehr gering zu halten. Beispielsweise durch den Aufbau eines sogenannten vermaschten Funk-Netzwerks (engl.: mesh network) entsteht die Möglichkeit, dass der Controller – zur Steuerung der intelligenten Geräte und somit das Herzstück einer jeden Automatisierung – nicht zwangsläufig eine direkte Verbindung mit dem Empfänger-Gerät aufweisen muss. Als weiteres Beispiel sei die Verwendung möglichst kleiner Datenpakete genannt, je kleiner die zu übertragenden Daten sind, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie beim Empfänger erfolgreich ankommen.

Wie funktioniert ein Mesh-Netzwerk: Es muss keine direkte Verbindung zwischen Controller und adressierten Empfänger bestehen. Solange ein oder mehrere Geräte untereinander eine Verbindung aufbauen und den Befehl des Controllers weiterleiten können, bis der Empfänger erreicht wird, ist die Kommunikation gewährleistet. Jedes in das Netzwerk eingebrachte Gerät, welches das Routing beherrscht, ist somit ein potenzieller Knotenpunkt auf der Route vom Controller zum Empfänger. Man kann mir Recht geben, wenn ich sage, dass es einfacher sein wird, intelligente Geräte, wie Dimmer und schaltbare Steckdosen im Haus unterzubringen, so dass eine Verbindung untereinander hergestellt werden kann, als dass man versucht den Controller so an Ort und Stelle zu bringen, dass jedes Gerät direkt angesteuert werden kann. Nachteilig kann sich das natürlich auswirken, je mehr Geräte vorhanden sind. Ist bei einem direkten Routing zwischen Controller und Empfänger der Befehl nahezu umgehend übermittelt, muss bei größeren Routen sicherlich eine gewisse „Laufzeit“ zur Umsetzung des Befehls in Kauf genommen werden. Das ist allerdings eine theoretische Annahme von mir, die ich noch nicht selber austesten konnte. Da heißt es: Kommt Zeit, kommt Erfahrung.

Beispiele:
Kabelgebunden: KNX Standard
Funk: Z-Wave, EnOcean, ZigBee

Welcher Anbieter
Geeignete Lösungen zur Umsetzung eines automatisierten Zuhauses gibt es momentan wie Sand am Meer. Prognosen gehen mittlerweile davon aus, dass der Markt für SmartHome Produkte in den nächsten Jahren deutlich wachsen wird. So gibt es mittlerweile große Namen wie RWE, Telekom, AVM oder Devolo, die auf den Zug aufspringen. Aber auch bereits gestandene Lösungen wie HomeMatic bieten Lösungen an. Zu unterscheiden gilt es bei allen, ob sie auf proprietäre, also eigene Protokolle aufsetzen, oder sich aber an eine der geläufigen Standards halten. Hier gilt es genau zu untersuchen und nachzuforschen, um herauszufiltern, welche Lösung für einen selber sinnvoll erscheint und schlussendlich in Frage kommt.

Hersteller, die sich beispielsweise einer Allianz, wie der von ZigBee, Z-Wave oder EnOcean angeschlossen haben, verpflichten sich, Geräte herzustellen, die herstellerübergreifend kommunizieren können. Dadurch sinkt natürlich die Abhängigkeit der Käufer an einen speziellen Hersteller. Proprietäre Lösungen hingegen garantieren eine reibungslose Zusammenarbeit aller Komponenten unter den Benachteiligung, an nur einen Hersteller gebunden zu sein.

Fazit
Wenn man sich mit den Gedanken auseinandersetzt, die eigenen vier Wände zu automatisieren, muss eine Menge Forschung betreiben. Wichtiger hingegen ist es, sich über die eigenen Anforderungen und Intentionen klar bewusst zu werden. Will ich sicherheitsrelevante Elemente, wie beispielsweise Türen oder Rollläden automatisieren, so lege ich sicherlich mehr Wert auf Sicherheit und stabiler Kommunikation, im Gegensatz dazu, will ich nur die Schaltung von Lampen oder die Lichtstärke beeinflussen, wird Sicherheit vielleicht zweitrangiger angesehen und die Anforderungen sehen anders aus.

Wofür ich mich entschieden habe und vor allem warum, das kläre ich in den kommenden Tagen auf.

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